Funktionieren und Aufbau der Orgel
Die handwerklichen und künstlerischen Arbeiten im Orgelbau sind interessant und abwechslungsreich. Der Organist sitzt am Spieltisch und spielt mit Händen und Füssen auf den verschiedenen Tastenreihen Klaviaturen genannt .
Mit den Händen spielt er auf den Tasten der Manuale, von denen eine Orgel mehrere aufeinander angeordnet haben kann. Ein Manual sieht ähnlich aus wie die Klaviertastatur, hat aber einen kleineren Tastenumfang. Das Pedalklavier ist zum Spielen mit den Füssen
Neben den Klaviaturen sind die Registerzüge angebracht. Der Organist kann mit ihnen Pfeifenreihen, Register genannt ein- oder ausschalten.


Die Windlade
Das Herzstück der Orgel sind die Windladen. Jeder Klaviatur sind eine oder mehrere Windladen zugeordnet. Eine Orgel mit 3 Manualen und 1 Pedal verfügt in der Regel also mindestens über 4 Windladen.
Jede Windlade hat einen Windkasten, der mit Spielventilen ausgestattet ist. Wird eine Taste gedrückt, strömt der Wind in einen Schmalen Kanal unter die Pfeifen. genannt. die verschiedene Pfeifen-Reihen stehen auf der Oberseite einer Windlade Erst wenn ein Register gezogen wird kann der Wind in die Pfeife strömen und erzeugt einen Ton.. Vor jeder Pfeife liegt also ein doppelter Windverschluss.
Jede Pfeifenreihe (Register) hat ihre besondere Klangfarbe und umfasst grosse tiefklingende und kleine hochklingende Pfeifen. Nach den Material der Pfeifen unterscheidet man Holtz- und Metall-Pfeifen. Nach der Art der physikalischen Tonerzeugung bezeichnet man sie als Lippen- und Zungenpfeifen (Labial- und Lingualpfeifen)
Die Grösse einer Orgel
Eine kleine Orgel umfasst 10 bis 15 , eine mittlere Orgel 15 bis 40 und eine grosse Orgel 40 bis über 100 Register und entsprechend mehrere Hundert bis mehrere Tausend Pfeifen.
Die Masse der Pfeifen (Mensuren) erstrecken sich von 5 mm bis über 10 m und 3 mm bis 60 cm Durchmesser.
Der mechanische Teil einer Orgel
Die Verbindungen zwischen den Tasten von Manualen sowie von Pedalen und den Tonventilen vor den Pfeifen nennt man Spieltraktur oder Tonsteuerung.Die Verbindung zwischen den Registerzügen beim Spieltisch und den Registerventilen nennt man Registermechanik bzw. Registertraktur.
Die Übertragung der Bewegungen geschah früher auf mechanischer Weise mit Hebeln, Wellen usw.
Um 1900 wurde diese Übermittlung pneumatisch durchgeführt und im Laufe des 20. Jahrhunderts durch elektrische Verbindungen ersetzt.
Heute hat sich bei der Spieltraktur das mechanische Prinzip weitgehend durchgesetzt, weil es für den Spieler das sensibelste und direkteste System ist.
Der Orgelbauer muss alle diese Systeme kennen für die Wartung und Restaurierung älterer Intrumente.
Das Windsystem und die Windversorgung
Die Windreserve wird durch spezielle Bälge erzeugt, die als Windmagazin dienen. Heute werden die Bälge mit Hilfe eines elektrischen Ventilators aufgeblasen. Dies erzeugt einen gleichmässigen Luftstrom, der über die Windlade in die Pfeifen strömt und dort Töne hervorbringt. Bei Restaurierungen, versucht man auch den manuellen Betrieb zu erhalten. Dieses Treten der Bälge wurd früher durch einen Balgtreter Kalkant ausgeführt. Ein Organist konnte also nur üben, wenn eine Person ihm die Luft pumpte.


Das Gehäuse
Das hölzerne Gehäuse ist Gerüst für de Orgelteile und zugleich Umkleidung und Resonanzkasten. Die Gehäuse waren je nach Zeitepoche mehr oder weniger kunstvoll geschmückt. Eine Hochblüte des Orgelbaus finden wir in der Barockzeit.
Als Prospekt der Orgel, als Gesicht, wird die Schauseite bezeichnet. Der Prospekt präsentiert sich oft grossartig, festlich, und wird beherrscht von den prächtigen Prinzipalpfeifen. Bei älteren Orgeln ist er meist reich verziert und bemalt.
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